Veröffentlicht am 5. Oktober 2026 · Redaktion rohrreinigung-brenner.de
Wiederkehrende Verstopfungen, ein feuchter Fleck an der Kellerwand oder eine Senke im Rasen über der Abwasserleitung – solche Anzeichen deuten oft auf einen Rohrschaden hin, der tiefer liegt als eine einfache Verstopfung. Viele Hausbesitzer denken dann sofort ans Aufgraben des Gartens oder der Einfahrt. Das muss nicht sein. Mit dem Inliner-Verfahren lassen sich Rohrleitungen von innen sanieren, ohne dass ein Bagger anrücken muss.
Woran erkennt man einen Rohrschaden
Typische Hinweise sind Gurgelgeräusche im Abfluss, wiederkehrender Rückstau trotz regelmäßiger Reinigung, modriger Geruch aus Schächten, nasse Stellen im Kellerboden oder eine ungewöhnliche Vegetation über dem Leitungsverlauf – dort, wo Wurzeln ins Rohr eingewachsen sind, wächst oft auch das Gras besonders üppig. Diese Symptome allein beweisen noch keinen Schaden, sie sind aber ein guter Anlass für eine Kamerabefahrung.
Ursachen – warum Rohre undicht werden
Bei Gebäuden, die vor den 1970er-Jahren gebaut wurden, bestehen Abwasserleitungen häufig aus Steinzeug, Ton oder unbeschichtetem Gusseisen. Diese Materialien altern: Muffenverbindungen verschieben sich durch Bodenbewegungen, Frost sprengt Mikrorisse auf, und Wurzeln von Bäumen und Sträuchern suchen sich den Weg durch undichte Fugen. Korrosion bei Gussrohren, mechanische Belastung durch Baufahrzeuge über der Leitung oder aggressive Reinigungschemikalien beschleunigen den Verschleiß zusätzlich. Das Ergebnis sind Risse, Scherbenbildung oder Muffenversatz, durch die Wasser ins Erdreich austritt oder Wurzeln eindringen.
Was Sie selbst prüfen können
Eine Rohrsanierung planen können Sie nicht auf eigene Faust, aber einige Vorprüfungen helfen, das Problem besser einzugrenzen, bevor der Fachbetrieb kommt.
- 1Kontrollschächte öffnen und auf Wasserstand, Geruch und sichtbare Ablagerungen achten
- 2Wasseruhr ablesen, Wasser komplett abstellen und nach 30 Minuten erneut prüfen, um versteckte Lecks aufzuspüren
- 3Abflussverhalten in Küche, Bad und Keller über mehrere Tage beobachten und Auffälligkeiten notieren
- 4Garten und Einfahrt auf Senkungen, feuchte Stellen oder ungewöhnlichen Pflanzenwuchs über dem Leitungsverlauf absuchen
- 5Beobachtungen mit Datum und Ort schriftlich festhalten, das erleichtert die spätere Kamerabefahrung
Das Inliner-Verfahren im Detail
Beim Inliner- oder Relining-Verfahren wird ein mit Harz getränkter Schlauch – meist aus Glasfasergewebe oder Nadelfilz – über eine Inversion oder per Zug in die beschädigte Leitung eingebracht. Nach dem Einbringen wird der Schlauch mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht ausgehärtet. Produkte wie Brawoliner oder Saertex-Liner arbeiten mit Epoxid- oder Polyesterharzen, die im ausgehärteten Zustand eine formstabile, glatte Innenwand bilden – quasi ein neues Rohr im alten. Für punktuelle Schäden, etwa einen einzelnen Riss oder Muffenversatz, reicht oft ein Kurzliner von wenigen Dezimetern Länge, bei durchgehend geschädigten Leitungen kommt ein Vollliner über die gesamte Haltungslänge zum Einsatz.
Voraussetzung ist immer eine vorherige Kamerainspektion und meist eine mechanische Vorreinigung mit Spiralschneider oder Hochdruckdüse, damit Wurzeln, Ablagerungen und lose Scherben entfernt sind, bevor der Liner eingezogen wird. Die Methode funktioniert bei den meisten Durchmessern im Hausanschlussbereich, von kleinen Grundleitungen bis zu größeren Sammelleitungen, solange keine starken Einbeulungen oder Rohrversätze vorliegen.
- Schäden sind Risse, Haarrisse oder Muffenversatz, kein kompletter Rohrbruch
- Leitungsverlauf ist mit der Kamera lückenlos befahrbar
- Keine starken Einbeulungen oder Durchmesserveränderungen im Rohr
- Bögen im Verlauf sind nicht zu eng für den gewählten Linertyp
- Vorreinigung konnte Wurzeln und Ablagerungen ausreichend entfernen
- Zugänglichkeit für Einstiegspunkt und Aushärtegerät ist gegeben
Wann Sie einen Profi rufen sollten
Spätestens wenn Verstopfungen trotz mehrfacher Reinigung wiederkehren, wenn Geruch oder Feuchtigkeit im Keller auftreten oder wenn sich der Boden über der Leitung sichtbar absenkt, führt kein Weg an einer professionellen Kamerabefahrung vorbei. Nur so lässt sich beurteilen, ob ein Inliner infrage kommt oder ob der Schaden so schwerwiegend ist, dass eine offene Sanierung nötig wird. Auch bei Unsicherheit, ob ein Schaden überhaupt vorliegt, lohnt sich die Inspektion – frühzeitig erkannt lässt sich oft noch mit dem schonenderen Inliner-Verfahren arbeiten statt mit aufwendigerem Rohrersatz.
Preisfaktoren bei der Inliner-Sanierung
Ein seriöser Betrieb nennt keinen Pauschalpreis am Telefon, weil zu viele Faktoren vor Ort entscheiden:
- Aufwand der Vorreinigung: starke Wurzeln oder Ablagerungen verlängern die Arbeitszeit
- Länge und Durchmesser der Leitung: bestimmen Linermenge und Aushärtezeit
- Zugänglichkeit: Lage des Einstiegsschachts und Erreichbarkeit mit Fahrzeug und Gerät
- Material und Linertyp: Kurzliner für punktuelle Schäden oder Vollliner für die gesamte Haltung
- Aushärteverfahren: Warmwasser, Dampf oder UV-Licht unterscheiden sich in Gerätetechnik und Zeitaufwand
- Uhrzeit und Dringlichkeit: ein geplanter Termin lässt sich günstiger kalkulieren als ein akuter Notfall
Häufige Fragen
Was kostet eine Inliner-Sanierung?
Der Preis hängt immer vom tatsächlichen Aufwand vor Ort ab – von Leitungslänge, Zustand, Zugänglichkeit und benötigtem Material. Einen Festpreis am Telefon zu nennen wäre unseriös, da niemand den Schaden ungesehen beurteilen kann. Wir schauen uns die Situation an und kalkulieren so wirtschaftlich wie möglich.
Wann und wie wird bezahlt?
Bezahlt wird erst nach getaner Arbeit, direkt vor Ort – bar oder mit EC-Karte.
Wie lange hält eine Inliner-Sanierung?
Ausgehärtete Glasfaser- oder Nadelfilzliner mit Epoxid- oder Polyesterharz gelten als langlebig und beständig gegen die üblichen Belastungen im Abwasserrohr. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt aber auch vom Zustand des Altrohrs und der fachgerechten Ausführung ab.
Muss für den Einbau aufgegraben werden?
In der Regel nicht. Der Liner wird über einen vorhandenen Schacht oder eine Reinigungsöffnung eingebracht. Nur wenn kein geeigneter Zugang existiert, kann punktuell eine kleine Grabung nötig sein.
Funktioniert Inliner bei jedem Rohrschaden?
Nein. Bei vollständig kollabierten Rohren, starken Einbeulungen oder massivem Versatz ist der klassische Rohraustausch oft die sicherere Lösung. Die Kamerabefahrung zeigt, welches Verfahren zum Schadensbild passt.
Wie lange dauert die Aushärtung?
Je nach Verfahren – Warmwasser, Dampf oder UV-Licht – und je nach Linderlänge variiert die Aushärtezeit von wenigen Stunden bis zu einem Tag. UV-Aushärtung ist meist am schnellsten, erfordert aber spezielle Gerätetechnik.
Wenn Sie Anzeichen für einen Rohrschaden bemerken oder unsicher sind, ob eine Sanierung ohne Aufgraben möglich ist, rufen Sie uns an unter 0152 57466282. Wir führen die Kamerainspektion durch, erklären Ihnen das Ergebnis in verständlichen Worten und sagen ehrlich, ob ein Inliner-Verfahren infrage kommt oder eine andere Lösung sinnvoller ist.
Schnelle Hilfe gewünscht?
Rufen Sie uns jetzt an: 015257476798 – 24/7 erreichbar, auch am Wochenende. Oder jetzt direkt beauftragen.